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Gepäck-Sorgen

Es ist die schwierigste Entscheidung im Leben eines Mädchens: Welche Klamotten nehme ich mit in den Urlaub und welche lasse ich schweren Herzens daheim. Wie viel Platz muss ich mindestens noch im Koffer lassen, um unterwegs ordentlich shoppen zu können? Und: Wie und wann erkläre ich meinem Freund am geschicktesten, dass es seine verdammte Pflicht ist, alles in seinem Koffer unterzubringen, was in meinen nicht mehr passt?

Mehrere Tage plagte ich mich mit diesen Gedanken. Immerhin ging es ja nicht um einen zwei Wochen Trip, sondern ich musste für ganze sechs Monate packen. Wie viele geblümte Kleidchen gehören wohl zu einer ordentlichen Afrika-Ausrüstung? Brauche ich wirklich 178 Unterhosen – für jeden Tag eine? Nehme ich die goldenen oder die schwarzen Stilletos mit?

Mein größter Alptraum: Ich tanze in einem sexy schwarzen Kleid zu einem heißen Beat in einer coolen Bar in Nairobi. Ich nippe an meinem Passionsfrucht-Cocktail, ein toll aussehender Typ kommt auf mich zu und sagt: „Nice shoes!“ Ich grinse dämlich, flöte „thank you!“ und gucke an mir herunter. Und – OH MY GOD! – ich trage meine Outdoor-Klumpfuß-Sandalen.

„Also, ich nehme nur meine Trekkinghose mit, da kann ich auch die Beine abmachen und habe eine kurze Hose“, verkündete Nils, als ich ihm von meinen Sorgen berichtete. „Waaaas?“ Mein zweiter Alptraum nahm Gestalt an: Ich wieder in der Bar in Nairobi. Sexy schwarzes Kleid, Passionsfrucht-Cocktail. Alles wie gehabt. Nur dieses Mal trage ich meine goldenen Stilletos. Der toll aussehende Typ kommt wieder auf mich zu und sagt: „Ist der Typ mit der Trekkinghose, der Multifunktionsweste und dem Klappspaten wirklich dein Freund?“

Das musste verhindert werden. Ich gab die Idee auf, auch noch meine Klamotten in Nils Reisetasche unterzubringen und begann stattdessen darüber zu schwadronieren, wie wichtig es doch ist, für jede Gelegenheit das passende Outfit dabei zu haben, wie gut er in diesem oder jenem Hemd doch aussieht, wie knackig seine neue Jeans sitzt und wie überaus hot ich ihn im Anzug finde. Und zu guter Letzt, dass eine Trekkinghose wirklich nirgendwo anders etwas verloren hat, als auf einer „verdammten scheiß Trekkingtour!“.

Er hat es schließlich ganz von alleine eingesehen. Neben der dunkelgrünen Hose mit abnehmbaren Beinen, acht nützlichen Taschen, Trinkflaschen- und Klappmesser-Halter, liegen nun auch zwei Hemden, eine Stoffhose und zwei Jeans in seinem Gepäck.

PS: Meine Tasche – 29 Kilo. Nils Tasche – 26 Kilo. Handgepäck-Trolley – 15 Kilo. Kleiner Rucksack – 8 Kilo. Fototasche – 5 Kilo. Erlaubtes Gepäck bei British Airways – 23 Kilo pro Person. The story continues ... 

© 2019 Daniela Meyer | www.hauptstadtjournalisten.de